Langsam wird es ernst! Die Abfahrt zum Boot rückt rasant näher. Durch die „gestaffelte“ Abreise geht es noch mehrere Monate bis zur endgültigen Wohnungsauflösung und Umzug auf RARE BREED. Tatsächlich ist aber jetzt die letzte Möglichkeit grössere oder schwere Sachen mit dem Auto zum Boot zu bringen. Für mich (Jan) ist es greifbarer, da ich voraussichtlich erst wieder im Herbst zur Wohnung in der Schweiz zurückkomme. Biggi wird den ersten Teil der Reise in den Süden diesen Sommer nur in Etappen von wenigen Wochen Ferien mitmachen können, da sie zwischendurch noch arbeiten muss. Daher ist es ihr eigentlich erst jetzt so richtig bewusst geworden, dass alles, was sie jetzt nicht mitnimmt, nicht auf RARE BREED mitkommen wird. Ab dieser Reise werden wir nur noch mit dem Flugzeug zum Boot können, und 23 kg Gepäck ist halt etwas anderes als der Kofferraum eines Autos…
Die Auswahl (also nur ein Teil davon…)
Mit den Kleidern war es an sich noch nicht so schwierig, wobei wir auch dort auf Platz und Gewicht achten müssen. Ein Boot ist doch noch um einiges kleiner als unsere bereits kleine Wohnung. Was einen Vormittag hätte dauern sollen ging schlussendlich einen ganzen Tag, aber dann waren die Kleider und Handtücher in ein paar Dufflebags untergebracht.
…und was schlussendlich für das Leben 2.0 übrig geblieben ist.
Als nächstes kamen dann die anderen Sachen wie Spiele, Schmuck und Biggis Bastelzeugs dran. Und da gingen die Ansichten was „nötig“ sei naturgemäss auseinander. Auf jedem Einwand von meiner Seite, dass etwas zu schwer sei, kam postwendend die Antwort „aber du hast doch hunderte von Kilos an Werkzeug, Elektronik und Ersatzteilen bereits an Bord verstaut, da kommt es doch auf diese wenigen Gramm nicht an!“ Naja, wo sie recht hat, hat sie recht…
Bastelzeugs, Schmuck usw.
Da RARE BREED – genau wie ihre Besatzung – zu Übergewicht neigt, müssen wir alle ständig auf das Gewicht schauen. Das hat unter anderem dazu geführt, dass wir auf den letzten Drücker alle schweren Bade- und Handtücher aus Frottee gegen leichte Microfasertücher ersetzen werden. Die Bestellung ging eben raus und wir hoffen, dass es mit der Lieferung noch vor der Abfahrt in 10 Tagen reicht. Dann muss halt nochmals umgepackt werden, aber das wird wohl nicht zum letzten Mal passieren.
Wir haben uns für’s Hochfahren einen one-way-Mietwagen reserviert. Unser kleiner VW Scirocco wäre erstens viel zu klein und zweitens macht es keinen Sinn ihn dort oben zu parken, wenn wir nicht mehr dorthin zurückkommen.
Beim Mietwagen suchen hiess es noch: „Ach was, wir müssen doch keinen Transporter mieten, ein Kombi wird schon reichen“. Inzwischen sind wir schon dabei darüber nachzudenken, was NICHT mitkommen darf, wenn das Auto doch zu klein ist…
aber bei den beiden Stofftieren Bärlin und Kater Mickesch (schon in einer anderen Tasche) gibt es wohl keinen Verhandlungsspielraum?
Über den Herbst und Winter hat sich eine gefühlt endlose To-Do-Liste aufgebaut mit Anpassungen und Neuinstallationen, die ich an Rare Breed machen wollte, bevor wir diesen Sommer lossegeln. Eigentlich völlig normal, wenn man sich auf einen längeren Törn vorbereitet – zu Zeiten von Corona herausfordernd.
Rare Breed stand auf ihrem Trailer in der Halle auf Fehmarn und ich war in der Schweiz. Die Einreise nach Deutschland war mit einem negativen Test und anschliessender Quarantäne zwar möglich, aber auf Fehmarn gab es ein Beherbergungsverbot und alle Restaurants waren geschlossen. Ich konnte zwar hin und hätte gemäss Covid-Verordnung sogar für den Zweck eines Boots-Refits an Bord leben dürfen. Aber wenn das Boot in der Halle steht, heisst das unter anderem, dass man z. B. gar kein Wasser laufen lassen kann (das wurde einfach unter dem Boot auslaufen und die Halle „überschwemmen“). Es gibt keine Möglichkeit sich zu waschen oder Geschirr zu spülen und erst recht keine zur Toilettenbenutzung. Da ebenso die Gasflaschen aus der Halle verbannt waren, hätte ich auch nicht kochen können, mit den geschlossenen Restaurants auch keine sehr angenehme Vorstellung. Also musste ein andere Lösung gefunden werden, wollten wir nicht mit einem Boot losfahren, wo vieles nicht funktionieren würde.
Als Frührentner bin ich „Zeitmillionär“ und so hat es mich furchtbar gewurmt tatenlos zuhause rumzusitzen und zu wissen, dass es oben auf Fehmarn mehr als genug zu tun gäbe. Die Lösung war schnell gefunden mit einer Langzeitmiete von einem kleinen Campingbus. Damit hatte ich einen Ort zum Schlafen und Kochen und ausserdem genug Platz, um den ganzen Krempel, den wir im letzten halben Jahr nach Uffing haben liefern lassen, zum Schiff zu transportieren. Das Auto konnte nur ganze Monate am Stück gemietet werden. Mit der Verzögerung durch die Quarantäne wäre ein Monat zu wenig gewesen, deshalb haben wir das Auto für zwei Monate gemietet.
Ende März ging es nach einem negativen PCR-Test in Nänikon mit dem gemieteten Bus und unserem Privatauto zuerst zu Biggis Schwester nach Uffing. Dort hat es eine kleine Einliegerwohnung, in der wir unsere Quarantäne absitzen konnten. Die Zeit wurde dann auch genutzt, um das ganze gelieferte Material zu sichten und neu umzustauen, damit es alles im Bus Platz hatte. Schon da wurde uns ob all dem Zeugs Angst und Bange, wo wir das wohl alles an Bord unterbringen wollten. Biggis‘ Bezeichnung „Shoppingqueen“ für mich war wohl nicht ganz aus der Luft gegriffen…
Der Campingbus. Unser Paketberg hat doch reingepasst
Nach fünf Tagen „Isolationshaft“ durften wir einen zweiten Test machen, der zum Glück auch negativ ausfiel. Tags darauf fuhren wir mit einem randvoll gefüllten Bus los. Biggi wollte mich den grössten Teil der Reise begleiten, damit ich nicht alles alleine fahren musste und ist nachmittags in Lübeck in den Zug zurück nach Uffing gestiegen, wo sie erst weit nach Mitternacht ankam. Blöderweise hat der Bezirk Uffing ausgerechnet an diesem Tag wieder die Ausgangssperre ab 21:00 Uhr eingeführt. Unser Auto stand am Bahnhof im Nachbarort, der aber KEINE Ausgangssperre hatte. D.h. Biggi musste des nächtens quasi in ein gesperrtes Gebiet reinfahren und hoffen, dass sie nicht das Pech hatte kontrolliert zu werden. Dass sie sich dann beim Aussteigen aus dem Zug genau gegenüber der Polizeisstation wiederfand, hat ihre Nervosität nicht gerade verkleinert. Aus gut informierten Quellen wussten wir, dass die Polizei den Schleichweg über die Felder selten kontrolliert und so war es dann auch. Ende gut alles gut.
Ich war derweil schon lange auf Fehmarn angekommen und hatte meinen Campingbus neben der Halle geparkt. Da wegen dem Beherbergungsverbot natürlich auch alle Camping- und Stellplätze auf Fehmarn gesperrt waren, musste ich auf Privatgrund stehen. Das Werftgelände war Privatgrund und zudem noch eher abgelegen und unauffällig. Interessanterweise war ich aber mitnichten der Einzige, der auf diese Idee gekommen war und an jeder zweiten Ecke vom recht grossen Werftgelände stand ein Wohnmobil oder Camper rum. Die nächste Herausforderung war das Duschen. Ich hatte zwar ein „Bad“ mit eine Dusche im Bus, aber das war so klein, dass ich vermutlich stecken geblieben wäre, wenn ich versucht hätte dort drin zu duschen. Obwohl gemäss Coronaverordnung nur die WCs offen waren, waren die Duschen (fast) überall zugesperrt. Ich hatte aber das Glück, dass es in der etwa 5 km entfernten Marina einen vernünftigen Hafenmeister hatte, der „vergessen“ hatte die Duschen zu sperren. Ich hatte also einen Ort zum Schlafen, konnte selber kochen und sogar alle paar Tage zur Marina fahren und duschen – der Plan war aufgegangen!
Mein Stellplatz – ein lauschiger Campingplatz sieht anders aus…
Das Wetter im April war derart kalt und windig, dass ich auch in der Halle eine Heizung im Boot laufen lassen musste, um nicht im Boot zu frieren. Aber auch wenn ich meistens in doppelten Pullis und manchmal sogar mit Mütze und Handschuhen an Bord rumwerkelte, war ich froh, nach so vielen Monaten des Lockdowns und Einschränkungen, endlich an Bord voran machen zu können.
Die To-Do-Liste war wie gesagt sehr lang, aber sie schrumpfte in den kommenden fast sieben Wochen tatsächlich wie geplant zusammen. Boots- und Metallbauer, Dieselmechaniker und vor allem der Elektriker waren häufige „Gäste“ an Bord, die es zu koordinieren galt. Aber es gab auch viele Sachen die ich alleine gemacht habe. Einiges waren reine Fleissaufgaben, wie das Unterwasserschiff mit einem neuen Antifoulinganstrich zu versehen, die Saildrives mit x Lagen Primer und neuer Farbe zu streichen oder an der Propellerwelle stundenlang zu feilen, bis die neuen Klapppropeller endlich drauf gingen. Anderes war eher komplex, wie die Installation der vielen neuen Geräte und Komponenten, aber dafür sehr spannend und befriedigend, wenn die Systeme am Schluss so funktionierten, wie ich mir das im stillen Kämmerlein ausgedacht hatte. Anderes wiederum war schlichtweg alleine nicht machbar, man versuche mal einen Bolzen dessen Kopf in einem Raum und die Mutter am anderen Ende in einem anderen Raum ist, anzuziehen…
Der Umbau und die Erweiterung der Elektrik war der arbeitsintensivste Brocken. Ich hatte das System zwar in der Theorie schon völlig geplant, aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail.
Das logische Bild der Elektroinstallation
So war eine der grösseren Herausforderungen das Einziehen von all den neuen Kabeln durch die bereits knallvollen Kabelkanäle. Mehr als ein Mal ist die Kabeleinziehhilfe (ein ca. 15 m langes steifes Spiralkabel, welches durch die Kabelkanäle gefädelt wird) an einem völlig unerwarteten Ort wieder herausgekommen.
Neue Steckdosen und Rotlicht in der Eignerkabine. Wenn man diese Ausbuchtung wegschiebt…… kommt ein mir bis anhin unbekannten Kabelkanal zum Vorschein
Ich habe in den Wochen einige mir bisher unbekannte Hohlräume im Boot entdeckt und einiges über Rare Breeds Innenleben gelernt. Teilweise haben wir es zu zweit gemacht, aber Einiges habe ich alleine eingezogen. Vor allem die Kabelführung für die neuen Sonnenzellen am Heck hatten es in sich. Die Kabel gingen durch ein Loch hinten auf der Heckplattform ins Boot rein, durch einen unzugänglichen Hohlraum zwischen Heck und Cockpit, dann durch ein weiteres Loch in einem Hohlraum unter der Sitzbank und schliesslich von dort durch einen engen Spalt in den Schrank in der Gästekabine. Wenn es dann irgendwo klemmt, heisst das unten im Schrank in der Gästekabine ein klein wenig ziehen, dann raus aus der Kabine, durchs Bad und den Salon ins Cockpit hoch klettern, dort kniend mit dem Arm bis zur Schulter ins Loch unter der Sitzbank reinlangen, wieder etwas schieben und wackeln. Danach auf die Heckplattform und dort noch ein Stück nachschieben. Wieder runter in die Kabine und bis zum nächsten Stopp ziehen… usw. usw. Dabei ging es pro Durchlauf manchmal nur wenige cm vorwärts, aber bei 6 x 15 m Kabellänge und sonst nichts zu tun ist das ja ein Klacks… Habe ich erwähnt, dass ich in den knapp sieben Wochen Bootsbasteln etwa 5 kg abgenommen habe?
Eine weitere Herausforderung war das Unterbringen vom neuen grossen Inverter/Ladegerät (mit dem an Bord aus den 12V Batterien 220V Wechselstrom erzeugt werden kann) sowie die neuen grösseren Solarladeregler und dem Batterie-zu-Batterie-Ladegerät. Schlussendlich musste ein Schrank in der Gästekabine dran glauben und wurde zum Schaltkasten „befördert“. Dort drin brummt und blinkt es jetzt wie in einem Spielcasino.
Der ehemalige Schrank in der GästekabineUm unnötige Bohrungen in Bordwänden zu vermeiden habe ich Holzplatten zur Aufnahme der Geräte im Schrank eingeklebt.Die Geräte zur Probe montiert. Links der Inverter und rechts die Solarladeregler und das Batterie-zu-Batterie-LadegerätVom verwirrenden Kabelsalat…… zur geordneten Elektroinstallation…… welche sich per App überwachen und einstellen lässt
Gelegentlich haben der Elektriker und ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr gesehen: Der Inverter ist so installiert, dass er automatisch übernimmt, wenn der 220V-Landanschluss abgezogen wird oder ausfällt und er kann dabei bis zu 2kW Dauerleistung erbringen. Wir wollten das testen und haben den 220V-Landanschluss ausgezogen und versucht ein kleineres 220V-Elektrogerät zu betrieben. Es war uns völlig schleierhaft, wieso der Inverter schon bei ca. 600W Leistung „Overloaded“ anzeigte. Wir haben alle möglichen Einstellungen überprüft, bis wir schliesslich erleichtert realisierten, dass der 220V-Heizlüfter unter dem Navitisch die ganze Zeit fröhlich mitgelaufen war und dabei 1,6 kW Leistung beansprucht hat…
Neben dem Aufrüsten der Ladetechnologie und der 220V-Installation wurden auch die vier alten Bleibatterien gegen drei neue leistungsstärkere, aber viel leichtere Lithiumbatterien ausgetauscht. Da eine solche Batterie alleine bereits € 2’000.- kostet, ist unschwer zu erraten, dass dies auch eine der teureren Modifikationen an Bord war. Das war auch lange unklar, ob wir diese Investition wirklich machen wollen, aber diese Technologie bietet so überzeugende Vorteile, dass wir uns durchgerungen haben dieses Geld zu investieren.
Aus 4 x 100 Ah Bleibatterien wird 3 x 200 Ah Lithiumbatterien
Leider war das nicht die einzige teure Anpassung an Bord, aber die einzige, wo es akzeptable Alternativen gegeben hätte. Die beiden anderen grossen Brocken waren die Verstärkung des Türrahmens und der neue Heckbügel zur Anbringung von grösseren Sonnenzellen. Die Türrahmengeschichte war unerwartet und entsprechend ärgerlich. Die Werft bzw. der Designer von diesem Bootstyp hat schlicht und einfach Mist gebaut. Der Stauchdruck vom Rigg wird durch ein Schott (=Wand) aufgenommen indem sich die Türe zum Schiffsinnenraum befindet. Diese Konstruktion war schlicht und einfach zu schwach und hat angefangen sich zu deformieren. Mit einer solchen Schwachstelle loszufahren wäre leichtsinnig gewesen, es war nicht die Frage ob, sondern wann das brechen würde. Aber durch diese Verstärkung haben wir gleichzeitig auch eine stabile Aufhängung für eine stabile Gittertüre als Einbruchschutz bekommen. So hatte das schlussendlich auch seine gute Seite.
Neu vs alt
Der Heckbügel ist die grösste Erweiterung, die wir machen lassen. Er soll die Basis für drei grosse Sonnenzellen sein sowie eine Art Badeplattform über der Beibootaufhängung bekommen. Das Grundgestell wurde auf Fehmarn montiert und wird in der Zeit wo wir jetzt zurück in der Schweiz sind fertig gestellt. Wir hoffen, das alles bis Mitte Juni soweit ist…
Links die Anprobe in der Halle und rechts das vorläufige Resultat. Das Endresultat werden wir dann hoffentlich Ende Juni zu Gesicht bekommen.
Die Antriebe haben auch die nötige Zuwendung bekommen und sind frisch gewartet. Dabei wurden auch die beiden in die Jahre gekommenen Dieselgrobfilter/Wasserabscheider gegen neue ausgetauscht und ein Alarm installiert, der bei zu wenig Kühlwasser losgeht. Wenn der Kühlwassereinlass verstopft (was leider gar nicht mehr so ungewöhnlich ist, weil so viel Plastik im Meer schwimmt) merkt man das erst, wenn der Temperaturalarm losgeht, weil der Motor zu heiss geworden ist. Dann ist es aber schon zu spät, weil die Kühlwasserpumpe zu lange trocken gelaufen ist und die heissen Auspuffgase die (nicht mehr) wassergekühlte Auspuffanlage geschmolzen hat. Kleine Ursache und einen riesen Schaden. Mit dem neuen Durchflussmesser geht eine Sirene los sobald kein Wasser mehr durch die Leitung kommt. Dann hat man genug Zeit den Motor abzustellen bevor ein grösserer Schaden eintritt – vorausgesetzt, man ist nicht wegen der 100db Sirene vorher an einem Herzschlag gestorben…
Neue Dieselgrobfilter mit Wasserabscheider und Vacuumanzeigen
In der Eignerkabine gab es von „fanello – gut im Bett“ 🙂 neue Matratzen mit integriertem Lattenrost . Die rechte ist sogar klappbar, damit man einfacher an den darunterliegenden Motor kommt. Die Matratzen sind etwas höher im Preis, aber da wir zukünftig auf Rare Breed ganzjährig leben werden, sind wirklich gute und bequeme Betten eine sehr gute Investition – vor allem, weil man ja auch nicht jünger wird… Die Matratzen waren basierend auf unseren Messungen massgenau auf die unsymmetrische Form angefertigt worden. Dabei hatten wir am Kopfende eine gepolstertes Brett durch eines ohne Polsterung ersetzt um 5 cm mehr Liegefläche zu bekommen. Dass sie auf Anhieb genau reingepasst haben war natürlich ein Highlight. Unsere Messungen und vor allem die handgefertigten Skizzen erwiesen sich als brauchbar.
Die riesigen Kisten der Matratzen ins Boot reinzubekommen war eine echte Herausforderung. Der Zugang zum Motor ist gewährleistet.Von Alt zu neu.
Neben all diese grossen Brocken habe ich viele Kleinigkeiten erledigen können, wie: Rotlicht in allen Kabinen, Umstellung auf LED-Lampen und Installation von Bordcomputer und Monitor, Notfunkbake und Satellitenkommunikationsgeräte, USB-Steckdosen, automatische Feuerlöscher, Brandmelder u.v.m.
Rotlicht beeinträchtigt die Nachtsichtfähigkeit nicht und wird, anstelle vom normalen Licht eingeschaltet, wenn man nachts segeltHier die Wand im Salon wie sie ursprünglich aussah…Inzwischen sind hier der Epirb, die Satellitenkommunikationsgeräte und Aufbewahrungsmöglichkeiten hinzugekommenIn allen Kabinen wurden USB-Steckdosen installiertEin Computermonitor wurde im Salon mit einer schwenkbaren Halterung montiertEine neue Abdeckung für den Herd vergrössert die ArbeitsflächeWährend der ganzen Zeit herrschte ein unvorstellbares Chaos im Boot…Die Elektroinstallation am Navigationsbereich wurde auch nicht verschontAuch unter dem Boot gab es einiges zu malen und montierenDas Unterwasserschiff bekam ein frischer AntifoulinganstrichDie neuen Faltpropeller wurden montiert
Anfangs Mai wurde Rare Breed zu Wasser gelassen. Das heisst der zuerst geplante Einwasserungstermin ist wegen dem Sturmtief „Eugen“ ausgefallen.
Drei Tage lang stand der Betrieb an der Krananlage still und alle haben gewartet bis das „Frühlingswetter“ sich ausgetobt hat. Danach war Rare Breed das erste Boot, welches wieder ins Wasser durfte. Dummerweise startete nur eine Maschine und die andere drehte – trotz voller Batterien – nicht richtig durch. Nach längerer Fehlersuche haben wir das Unwahrscheinlichste ausprobiert und den Hauptschalter (ein simpler mechanischer „Nato-Knochen“) ersetzt und siehe da, schon sprang sie an, wie wenn nichts wäre. Da hat man x elektronische Teile neu eingebaut oder ersetzt und dann steckt der Wurm in einem Bauteil, was sonst eigentlich nie kaputt geht.
Endlich ist es so weitUnd sie schwimmt wieder!
Am nächsten Tag war eigentlich Sonne und wenig Wind vorhergesagt. Ideal um den 4-5 stündigen Trip nach Neustadt zu machen.
Gegen 11 Uhr war das auch so und wir haben beide Maschinen gestartet und angefangen das Ablegen vorzubereiten. Nach weniger als einer Minute hat die rechte Maschine wieder abgestellt! Scheibe..! Zum Glück noch bevor wir die Leinen gelöst hatten. Die Vorstellung, den Katamaran mit nur einer Maschine in dem engen Hafenbecken manövrieren zu müssen war nicht gerade das was ich jetzt brauchen konnte…
Jegliche Startversuche verliefen kläglich. Strom war genug da, aber er „zündete“ einfach nicht, es musste also an der Dieselzufuhr liegen. Zum Glück war der Dieselmechaniker, der die neuen Filteranlagen montiert hatte auf „stand by“ und kam sofort an Bord. Nach nochmaligen Entlüften des Motors und anschliessendem 20-minütigen Probelauf (mit eingelegtem Gang und 2’000 Umdrehungen, an den Festmacherleinen zerrend) war klar, dass es jetzt gut war und es ging endlich los.
Es kann los gehen
Inzwischen war der Sonnenschein dem Regen gewichen und auch der Wind hatte kräftig zugelegt. Leider hatte ich die Vorsegel noch nicht angeschlagen sodass wir nicht segeln konnten, aber da ich sowieso die Motoren und die neuen Propeller einem Belastungstest unterziehen wollte, war das nicht so tragisch. Nur die elenden kurzen steilen Wellen im Fehmarnsund hätte ich nicht haben müssen. Rare Breed ist wie ein Rodeo-Pferd hin und her gebockt und hat es alles andere als gemütlich werden lassen. Meine Crew Boris hat aber offenbar gute Seebeine und das Schietwetter klaglos hingenommen. Der auf einer Wandhalterung montierte Computermonitor war dem Geschaukel eindeutig nicht gewachsen und ist seither mit einem „Sicherheitsgurt“ angeschnallt.
Fehrmarnsundbrücke und kabbelige See„Ostsee-Sonne“ auf dem Weg nach Neustadt i. H.Boris bei den Schleppversuchen
Ausser einer Störung bei der Batterieladung, was zu einem Dauergepiepse der Warnsummer führte, liefen die Maschinen und Faltpropeller tadellos und wir konnten die geplanten Schleppversuche mit Boris‘ „Walvergrauler“ (mehr dazu in einem separaten Beitrag) bei bis zu 8 Knoten Speed machen. Die Ladungsprobleme konnten wenige Tage später durch Rückbau einer neuen Komponenten behoben werden und Rare Breed sollte elektrisch und antriebsmässig jetzt in einem sehr guten Zustand sein.
In Neustadt gab es tatsächlich keine Duschen. Das heisst, eigentlich gab es schon eine, aber diese war wegen der Coronaregeln ausser Betrieb gesetzt worden. Man muss sich das so vorstellen: Rare Breed liegt da nicht in einer Marina, sondern an einen Kai im Industrieteil vom Stadthafen. Dort gibt es keine richtigen Sanitäranlagen, sondern nur ein Badezimmer mit WC, Waschbecken und EINE DUSCHE in einer Baracke. Dort darf man auf’s WC gehen, aber das Duschen im gleichen Raum ist verboten bzw. wird verunmöglicht, weil der Brauseschlauch entfernt und mit einem Blindstopfen verschlossen ist. Auf’s WC gehen ist OK, aber drei Meter daneben Duschen nicht? Hier hat sich der Unsinn der behördlichen Coronaanordnungen vollends gezeigt!
Die Innendusche in Rare Breed war noch nicht betriebsbereit (bzw. mit Gerümpel vollgestellt), so dass ich nicht im Boot duschen konnte. Als es einen Tag mal kurz über 15 Grad warm wurde, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und die erste Freiluftdusche hinten am Heck von Rare Breed „genossen“. Danach war es aber drei Tage nur noch kalt, windig und regnerisch und Biggi hatte ihre Ankunft angekündigt um mit mir zusammen den Campingbus zurück in die Schweiz zu fahren. Es musste also etwas passieren! Ich hatte mich schon fast damit abgefunden noch mal draussen in der Kälte zu duschen, als mir einfiel, dass Badezimmerarmaturen in der Regel genormt sind. Also Duschschlauch auf Rare Breed demontiert, diesen mitsamt dem nötigen Werkzeug zum Duschzeugs gepackt und ab zum Badezimmer. Und siehe da – der englische Duschschlauch von Rare Breed hat wunderbar auf die deutsche Dusche gepasst. Ich roch wieder fein und Biggi konnte kommen 🙂
Rare Breed in Neustadt
Dann kam Biggi und am Tag darauf sind wir mit vollgepacktem Auto wieder zurück in die Schweiz gefahren. Vollgepackt deshalb, weil ich in den Wochen „da oben“ realisiert hatte, dass wir viel zu viel Zeugs an Bord haben. Rare Breed würde zum U-Boot mutieren, wenn ich ihr keine Abspeckkur zukommen liess. Beim Bestellen von Sachen im Winterhalbjahr, habe ich wohl tatsächlich die Gesamtmenge an Sachen unterschätzt. Einen grossen Teil davon konnte ich auf Fehmarn verschenken oder entsorgen, aber einiges kam mit Heim, um hier verkauft zu werden.
Jetzt bleiben wir ca. vier Wochen hier in der Schweiz, bekommen unsere Coronaimpfungen, erledigen 1000 andere Sachen und dann geht es wieder hoch und – dann soll es endlich wirklich los gehen!!
Ready to go home! Das Wetter hat uns den Abschied nicht schwer gemacht.
Nein, natürlich nicht! Aber einen traumatischen Pneumothorax per beherztem Zustechen mit einer grossen Nadel zu entlüften, kommt dem schon ziemlich nahe. Wenigstens in meiner (vielleicht etwas zu wilden?) Vorstellungswelt… Aber alles der Reihe nach:
Als Vorbereitung auf die Reise haben wir uns nicht nur impfen lassen – nein nicht DIE Impfung, „nur“ die Üblichen wie: Hepathitis A&B, Tetanus, Polio, Tollwut, Gelbfieber usw. – sondern uns auch überlegt was wir an Medikamenten und medizinischem Material an Bord brauchen könnten. Beim Zusammenstellen der Bordapotheke stiessen wir schnell in Bereiche vor, wo es um verschreibungspflichtige Medikamente, medizinische Spezialausrüstung und das entsprechende Praxiswissen ging. Uns war schnell klar, dass wir dies nicht ohne die aktive Unterstützung eines Arztes bewältigen konnten.
Wir wollten jemanden haben, dem wir vertrauen und der auch Willens war, über den eigenen Tellerrand zu schauen: Die im normalen Leben nachvollziehbare Einstellung „Das kann man als Laie nicht machen, da muss man zum Arzt!“ ist draussen auf dem Ozean wenig hilfreich. Wenn tage- oder wochenlang kein Arzt erreichbar ist, muss man auch als Laie die nötigen Hilfsmittel und Medikamente zur Hand haben, um eine Notversorgung machen zu können. So kamen wir auf Beat, mein Judopartner aus der Schulzeit.
Beat (rot umrandet) und ich als Judoneulinge
Keine Ahnung, wie oft wir uns damals gegenseitig auf die Matte geworfen, gewürgt und gehebelt haben, aber wir haben uns nach der Schulzeit trotzdem aus den Augen verloren und uns erst vor ein paar Jahren auf Facebook „wiedergefunden“.
Beat hat Medizin studiert und seit vielen Jahren eine eigene Arztpraxis. Kurzerhand habe ich ihn angeschrieben, unser Vorhaben vorgestellt und ihn gefragt, ob er uns beraten würde. Die Freude war gross, als er sofort zugesagt hat! Als sich beim ersten Treffen herausstellte, dass er langjährige Erfahrung als Notfallmediziner hat und ausserdem auf Tauchmedizin spezialisiert ist, war mir klar, dass wir genau die richtige Person gefunden haben. Beat hat aus der Erfahrung von zig Notfällen genau die richtige Kompetenz und vor allem die für uns so wichtige pragmatische Einstellung zur Notversorgung unter erschwerten Bedingungen. Mit Beat haben wir einen Volltreffer gelandet 🙂
Coronakonforme Beratung – natürlich mit Maske und Abstand – in ungezwungener Atmosphäre im „Kreislauflabor“ (=Kaffeepausenraum) von Beat’s Arztpraxis.
In mehreren Sitzungen haben wir mögliche Szenarien betreffend Verletzungen und Erkrankungen besprochen und Beat hat uns das entsprechende Notfallwissen und die passenden Handgriffe vermittelt. Als Nächstes wurde unsere bereits ziemlich umfangreiche Bordapotheke unter die Lupe genommen und ergänzt.
Mit dieser Vorbereitung und der Möglichkeit, Beat auch von unterwegs direkt anrufen zu können sind wir natürlich immer noch nicht in der Lage einen Blinddarm zu entfernen, aber wir werden es hoffentlich schaffen, die Entzündung desselbigen im Griff zu behalten, bis wir uns wieder in die Obhut einer medizinisch geschulten Person begeben können.
Gut ausgerüstet hoffen wir inständig, dass wir nie in die Situation kommen werden, die grossen Nadeln und Skalpelle, die wir von Beat bekommen haben, benützen zu müssen…
Neben der wertvollen Hilfe und Beratung war es ausserdem ein höchst angenehmes und kurzweiliges Vergnügen von Beat lernen zu dürfen. Danke Dir, Beat!
Turbulente Zeiten oder „Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt…“
Die Pakete stapeln sich – für uns unerreichbar in Uffing
Es gibt einen Spruch der sagt, dass „die Pläne eines Langfahrtseglers im Sand bei Niedrigwasser geschrieben sind“. Damit wird die Tatsache umschrieben, dass es wegen der vielen Unwägbarkeiten bei Reisen mit dem Segelboot gar keinen Sinn macht langfristige Reisepläne zu machen. Das dies schon VOR der Reise so ein würde, damit haben wir nicht gerechnet. Wer hat schon mit solch enormen Auswirkungen, die die Pandemie auf uns haben würde gerechnet? Aber der Reihe nach:
Ursprünglich – also um genau zu sein am 11. Januar 2020 – haben wir uns das Ziel gesetzt, nach Ostern 2021 auf RARE BREED umzuziehen. Dann kam Corona! Und im Frühling 2020 wurden mit dem Lockdown sogar die Grenzen dichtgemacht. Damals redeten alle noch davon, dass es gegen Sommer sicher besser werden würde, was dann auch passiert ist. Wir konnten entgegen unseren ursprünglichen Befürchtungen im Sommer sogar zum Schiff nach Fehmarn gehen. Dass der geplante Segelurlaub dann doch ins Wasser gefallen ist lag nicht an Corona, sondern an einem grösseren technischen Problem mit der Abstützung vom Mast. Dazu später mehr.
Als die zweite Welle im Herbst 2020 kam, hat uns das zwar beschäftigt, aber wir haben damals nicht gedacht, dass die Lage auch noch im Frühling 2021 so kritisch sein würde. Nach und nach kam unser Plan ins Wanken. Als erstes haben wir beschlossen die Wohnung nicht wie geplant auf den ordentlichen Kündigungstermin am 1. April 2021 abzugeben, sondern 1-2 Monate länger zu behalten. Der Kündigungstermin von Biggi’s Job auf Ende Jahr 2020 (damit sie am 31. März „frei“ wäre) rückte immer näher, aber das Virus dachte nicht daran aufzugeben – im Gegenteil es fing an zu mutieren und alles wurde noch schlimmer. Also wurde die Kündigung um einen Monat auf Ende Januar nach hinten verschoben.
Nach vielen Überlegungen und Abwägungen hat Biggi am 25. Januar ihren Chef informiert, dass sie kündigen werde. Kurz nach dem Gespräch kamen die News über die geplanten Reisebeschränkungen innerhalb der EU und über die Grenzschliessungen in Portugal und Belgien in den Medien. Zusammen mit den sich abzeichnenden Verzögerungen bei den Impfungen war dies eine klar verschärfte Situation. Die Aussicht, im Mai ohne Einkommen und ohne die Möglichkeit aufs Boot umzuziehen dazustehen, hat uns dazu bewogen, dass Biggi in Absprache mit ihrem Chef ihre Kündigung zurückgezogen hat. Ihr Chef hat sich gefreut, dass er seine Assistentin doch nicht verliert, aber wir waren ob dem ganzen hin und her ziemlich ratlos und frustriert.
Inzwischen sind ein paar Tage vergangen mit vielen Gesprächen und Überlegungen und wir sind wieder gedämpft optimistisch, es doch noch irgendwie hinzukriegen. Es kristallisiert sich ein alternativer Plan heraus. Statt alles auf eine Karte zu setzen, haben wir verschiedene Optionen definiert und mehr Sicherheiten für „Notfälle“ eingeplant: So werden Job und Wohnung erst gekündigt, wenn wir wirklich mehr Planungssicherheit haben. Damit ist eine endgültige Abfahrt diesen Sommer nicht mehr möglich, aber dafür haben wir mehr Handlungsspielraum. Wenn das Reisen im Sommer 2021 tatsächlich nicht möglich sein sollte, dann wäre das zwar ärgerlich, aber kein existenzielles Problem mehr.
Der neue Türrahmen mit Gittertüre ist bereit für den Einbau
Die Planung und Vorbereitung von RARE BREED geht weiter, als wenn die Abfahrt diesen Sommer passieren würde. Das Problem mit der Mastabstützung ist in Bearbeitung und sollte hoffentlich abgeschlossen werden, sobald es warm genug zum Laminieren ist. Der Mast steht auf der Rückwand zum Cockpit, wo auch die Eingangstüre zum Schiffsinneren ist. Dieser Ausschnitt ist von Werk aus zu schwach ausgeführt und hat unter dem Druck des Riggs angefangen nachzugeben. Um dem entgegenzuwirken wird neben weiteren Verstärkungen auch ein Türrahmen aus Edelstahl einlaminiert. Bei dieser Gelegenheit haben wir gleich noch eine zusätzliche Gittertüre als Einbruchschutz fertigen lassen. So haben wir zwei Fliegen in einem Schlag erwischt, denn die Originaltüre aus Plexiglas war zwar schön leicht, aber eben auch „schön leicht“ aufzubrechen.
Und wie geht es dann mit der Reise weiter?
Sollte es möglich sein diesen Sommer zu reisen und Grenzen in Europa zu passieren, würden wir versuchen RARE BREED in den Süden zu bringen. Biggi würde während ihrer Sommerferien dabei sein können und wenn das zeitlich nicht ausreicht, würde ich die restliche Strecke alleine oder mit Crew zurücklegen. So hätten wir RARE BREED im Herbst bereits irgendwo im Süden von Europa und damit alle Optionen für eine Weiterreise im Winter oder im nächsten Frühling offen.
Danach können wir entscheiden, ob wir Job und Wohnung noch im 2021 oder erst später aufgeben. Sollten die Einschränkungen längere Reisen auch weiterhin verunmöglichen, würden wir RARE BREED im Mittelmeerraum lassen.
Und wenn wir mit dem Kippen des ursprünglichen Planes doch etwas zu vorsichtig und pessimistisch waren, dann können wir mit dem neuen Vorgehen doch wie ursprünglich geplant den kommenden Winter irgendwo in der Wärme an Bord erleben – und wer weiss – vielleicht sogar Weihnachten auf Tobago feiern…
Nach Jahren der Planung geht es jetzt langsam wirklich vorwärts. Das Leben, so wie es in den letzten ca. 20 Jahren stattgefunden hat, fängt an sich grundlegend zu verändern. In wenigen Tagen werde ich meinen letzten Arbeitstag haben und, nach Bezug der letzten Ferientage, bin ich ab dem 1. Oktober 2020 offiziell Frührentner!
Das ist eine grosse Veränderung. Was aber sicher ist – langweilen werde ich mich nicht! Meine To-Do-Liste ist gut gefüllt. Biggi wird noch ein paar Monate weiterarbeiten und so wird es wohl vor allem meine Aufgabe sein, das Ausmisten voranzutreiben. In etwa einem halben Jahr muss hier alles aufgelöst sein, Mietwohnung, Versicherungen, Abos usw. Da wir nur einen möglichst kleinen Rest an Erinnerungen, Kleidern und Möbeln behalten wollen, gibt es auch noch viel zum Loswerden. Es ist unwahrscheinlich wie viel man im Laufe der Jahre angesammelt hat – und dabei haben wir schon beim Zusammenzug in meine kleine Wohnung viel Ballast abgeworfen! Was jetzt noch da ist, ist genau das was wir vorher nicht abgeben konnten. Es wird also zunehmend schwieriger von diesen Sachen Weiteres abzustossen. Biggi’s Schwester hat uns freundlicherweise angeboten, dass wir unsere letzten Habseligkeiten bei ihr in der Einlegerwohnung unterbringen können. Aber die ist natürlich noch ein Stückchen kleiner als unsere jetzige Wohnung.
Daneben werde ich viel Zeit brauchen, um weitere Aurüstung für RARE BREED zu besorgen und zu organisieren. Das Rigg muss überprüft und alle Stahlseile erneuert werden (teuer, aber nach bald 20 Jahren nur schon aus versicherungstechnischen Gründen nötig). Es muss entschieden werden welche Rettungsinsel und Notfunkbake an Bord kommen – und wo sie gestaut bzw. angebracht werden sollen. Der Heckbügel für die Sonnenzellen muss nach Mass angefertigt werden und dann natürlich die zusätzlichen Solarmodule und Regler bestellt und angebracht werden. Welche der vielen Satellitenkommunikationsmöglichkeiten wollen wir jetzt haben? Welches Gerät und welcher Plan ist das beste für unseren Zweck? usw. usw.
Dann ist da noch die ganze Elektronik, die konfiguriert werden will. Statt nur mit dem eingebauten Kartenplotter, wollen wir zusätzlich mit PC und Tablets navigieren. Es ist heutzutage einfach mehrere redundante Systeme zu haben – nur eingerichtet müssen sie schon werden.
Diese Webseite ist auch noch lange nicht fertig und ich bin sicher, dass ich hier sehr viel Zeit investieren kann (darf/muss/werde) um sie zu verbessern.
Solange das Wetter mitspielt will ich öfters raus um mich zu bewegen (die neuen Laufschuhe müssen schliesslich amortisiert werden…) Und zuletzt habe ich jetzt natürlich „begeistert“ die Rolle des Hausmanns übernommen – es wird also sicher nicht langweilig 😉
Dies ist der erste Blogeintrag und quasi ein kleiner Test. Dieser Blog wird wohl erst dann zum Leben geweckt, wenn es etwas wirklich zu berichten gibt. Vorerst werden die anderen Sektionen, die Hintergrundinformationen nach und nach aufgefüllt.